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Stadtsiegel

Schöppingen, eine geschichtsbewusste Gemeinde

Schöppingen ist ein Ort mit reicher Geschichte. An der Welle, der Quelle unter der Brictius-Kirche, trafen sich schon in sächsischer Zeit die Menschen aus dem weiten „Scopingau“, um das Recht zu „schöpfen“, Recht zu sprechen. Vielleicht war dort auch ein alter heidnischer Kultplatz. Auf der kleinen Anhöhe über der Welle unterhielten sie eine Fliehburg, um in kriegerischen Zeiten sich und ihr Hab und Gut zu schützen.

Die Kaiserurkunde vom 7. Juni 838

Urkunde von 838

ca. 785

In den Sachsenkriegen erobern die Heere Karls des Großen die Fliehburg und nutzen das neue Königsgut als eine der im Abstand von Tagesmärschen nötigen Stützpunkte auf dem Weg in die norddeutsche Tiefebene. Die unterworfenen Sachsen werden durch die Taufe an der Welle Christen.

785 - 792

Der vom fränkischen König Karl d. Gr. eingesetzte Amtsträger, wahrscheinlich aus dem Adelsgeschlecht Hemming aus Hemstal bei Echternach, erbaut die erste Kirche als Eigenkirche und weiht sie dem fränkischen Heiligen  Bischof Brictius von Tours (+444). Das geschieht im Rahmen der Mission des Abtes Beonrad von Echternach im Münsterland. In Hemstal war die Kirche wie viele im Frankenland dem hl. Brictius geweiht.

30. März 805

Liudger, als Nachfolger Beonrads seit 792 mit der Mission im Münsterland betraut, wird Bischof des neuen Bistums Mimigerneford (Münster). Damit wird die Schöppinger Brictius-Kirche, obwohl weiter Königsgut,  Pfarrkirche.

7. Juni 838

Die erste urkundliche Erwähnung Schöppingens erfolgt durch Kaiser Ludwig den Frommen, ein Sohn Karls des Großen, der in einer Urkunde der die Zehntrechte von Reni (Rheine) im Gau-Bursibant sowie Wateringas (Wettringen) und Stockheim im Gau Scopingus dem Kloster Herford schenkte. Er schenkte die Brictiuskirche mit dem Königshof, dem Wedemhof (Pfarrhaus) und 14 Höfen dem neugegründeten Reichskloster Herford. Damit erhält die Äbtissin das Recht, den Pfarrer zu bestimmen. Sie setzt auf dem Königshof neben der Kirche (später Diekhove genannt) einen Vogt ein, der die Einkünfte an das Kloster abzuführen hat.

995

Kaiser Otto III. bestätigt dem Reichskloster Herford seine Rechte in Schöppingen, ebenso 1002 Kaiser Heinrich II.

ca. 1090

Die Brictiuskirche wird neu gebaut (davon steht heute noch der Turm).

1151

Erste Erwähnung von Eggerode.

1230

Erste Erwähnung der Herren von Ekkenroth genannt Stryck.

ca. 1230 - 1300

Bau der Kirche in Eggerode als Eigenkirche der Ritter von Ekkenroth genannt Stryck.

ca. 1230

Die Brictius-Kirche wird um ein Seitenschiff erweitert, der Turm wird für eine Glockenstube erhöht.

1290

Die Äbtissin von Herford wird bei ihrer Rundreise durch ihre Besitzungen nicht aufgenommen, weil sie sich zu wenig um Schöppingen gekümmert hat.

1296

Das Gogericht zum Sandwelle (oberstes Berufungsgericht im Fürstbistum) wird von der Welle bei der Brictius-Kirche nach Metelen verlegt, tagt aber später noch gelegentlich in Schöppingen.

1313

Erste Erwähnung der Pfarrgemeinde St. Mariä Geburt in Eggerode.

1338

Ablassbrief von Papst Benedikt XII., erste Erwähnung der Wallfahrt in Eggerode.

1350

Erwähnung eines Lichtes vor dem „Muttergottesbilde“ in Eggerode.

vor 1343

Die Grafen von Solms (Erben der Edelherren von Ahaus), inzwischen Vögte der Äbtissin von Herford, gründen auf dem Hof Molemeiering an der Vechte die Burg Övelgönne und versuchen, ihre Herrschaft im westlichen Münsterland auszubauen. Wahrscheinlich erbauen sie schon eine Siedlung mit Wall und Graben mit der Absicht, sie zur Stadt zu erheben (wegen der Herforder Rechte nicht als „Kirchdorf“ rund um die Kirche, sondern entlang der Straße).

1396

Die Burg Övelgönne wird von den fürstbischöflichen Truppen erobert und dem Erdboden gleichgemacht. Aus den Steinen werden das Obertor und das Untertor der nun fürstbischöflichen „Stadt Schöppingen“ erbaut, die ein zentral gelegenes Rathaus erhält. Am Obertor wird ein Burgmannshof für den Ministerialen des Fürstbischofs errichtet.

1435

Schöppingen wird zum ersten Mal urkundlich Stadt genannt.

30. April 1453

In der Münsterschen Stiftsfehde wird die außerhalb der Stadtbefestigung liegende Brictius-Kirche in Brand geschossen (nur der Turm bleibt stehen) und als zweischiffige gotische Hallenkirche wieder aufgebaut. Sie erhält eine kostbare Ausstattung, an erster Stelle den großen Flügelaltar des „Meisters von Schöppingen“, eines der bedeutendsten Werke der spätgotischen Tafelmalerei. Für die „Große Prozession“, die seit dem frühesten Mittelalter rund um das ganze Gemeindegebiet führt, wird nach dem Vorbild des Coesfelder Kreuzes ein neues Kreuz angefertigt.

20. Juli 1477

Ablass-Urkunde zweier Kardinäle für die Kirche in Eggerode. 1633 im Dreißigjährigen Krieg wird sie von hessischen Söldnern zerrissen und später wieder zusammengenäht.

1498

Schöppingen hat etwa 1500 Einwohner, davon etwa 330 in der Stadt.

1509 - 1512

Die Brictius-Kirche wird um den Chorraum erweitert. Sie erhält die in dieser Form einmaligen Wandmalereien mit den Bildern der Apostel und Propheten.

1517

Die Brictius-Kirche erhält neue Glocken, die größte, die „Salvator“-Glocke, ist erhalten.

1534

Viele Schöppinger schließen sich den Wiedertäufern in Münster an, unter ihnen auch der Schöppinger Bernhard Krechting, der zu einer Führungsfigur der Wiedertäufer in Münster wurde.

1573

Erste Erwähnung einer Schule an der Kirche in Schöppingen. Seit dem 18. Jh. gibt es auch Schulen in Eggerode, Gemen und Ramsberg.

1583

Das im 15. Jh. zentral errichtete Rathaus wird erweitert und aufgestockt und erhält seine heutige Gestalt.

1618 - 1648

Der Dreißigjährige Krieg bedeutet für Schöppingen Schreckensjahre mit Überfällen, Plünderungen und Einquartierungen.

26. Juni 1626

Holländische Landsknechte „rauben und plündern wie die Barbaren“, 43 Bürger werden am Obertor erschlagen.

1636

Eine Pestepidemie rafft viele Bürger dahin, besonders die Bauerschaft Gemen ist betroffen. Die Toten werden auf einem eigenen „Pestfriedhof“ bestattet, da der Friedhof um die Brictius-Kirche nicht ausreicht. Die Gemener Bauern machen ein Gelübde, alljährlich das Fest des hl. Antonius (17. Januar) „wie Ostern“ zu halten und errichten die Pestkapelle. Das Gelübde wird bis heute gehalten.

1654

Förderung der Wallfahrten durch Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, Bau einer neuen Wallfahrtskapelle in Eggerode.

1703

Die Wälle um die Stadt werden abgegraben und die Stadtgräben zugeschüttet, es werden dort Gärten angelegt.

1707

Verkürzung der „Großen Prozession“, die seit dem frühesten Mittelalter rund um das ganze Gemeindegebiet führt, Bau der Prozessionskapellen in den Bauernschaften Haverbeck, Heven und Ramsberg.

1718

Neubau der Bergkapelle St. Antonius von Padua.

1719 - 1733

Schöppingen ist Garnisonsstadt einer Kompanie fürstbischöflicher Soldaten.

1749

Schöppingen hat 2615 Einwohner, davon leben 586 in der Stadt. Eggerode zählt 262 erwachsene Einwohner im Dorf.

1756 - 1763

Im Siebenjährigen Krieg muss Schöppingen ein englisches Magazin beherbergen.

1766

Schöppingen ist völlig verarmt. Die Bezeichnung „Stadt“ wird nun nicht mehr verwendet.

1803

Nach Aufhebung des Fürstbistums fällt Schöppingen an den Grafen von Salm-Grumbach, jetzt Salm-Horstmar, 1806 an das napoleonische Großherzogtum Berg.

1811

Schöppingen fällt an das Kaiserreich Frankreich und wird Sitz einer „Mairie“ für die Gemeinden Wiegbold, Kirchspiel und Eggerode.

1815

Schöppingen wird preußisch und gehört zum Kreis Ahaus. Zum Amt Schöppingen gehören die Gemeinden Wiegbold, Kirchspiel und Eggerode sowie ein Teil von Asbeck (bis 1836).

1815

Anlage eines Friedhofs an der Steinfurter Straße.

1818

Eine Bürgerinitiative verhindert den bereits verfügten Abbruch des Rathauses.

1819

Obertor und Untertor werden abgebrochen.

1843

Neubau der Wallfahrtskapelle in Eggerode.

1853

Schöppingen hat 3717 Einwohner.

1885

Schöppingen hat nur noch 3200, Eggerode noch 281 Einwohner, viele waren nach Amerika ausgewandert.

1857

Einweihung des Antonius-Hospitals, des zweiten Krankenhauses im Kreis Ahaus.

1893

Gründung einer Rektoratschule im Rathaus (besteht bis 1933).

1902

Einweihung des Amtshauses.

1907

Die erste Versorgung mit Elektrizität wird in Schöppingen von der Fa. Potthoff angeboten, 1920 in Eggerode von Frieling. 1927 Anschluss an die allgemeine Elektrizitätsversorgung.

1914 - 1918

Im 1. Weltkrieg sind 125 Gefallene zu beklagen.

1923

Einweihung der Antonius-Kirche in Schöppingen-Gemen.

1923 - 1926

Erweiterung der Brictius-Kirche um ein linkes Seitenschiff.

1931

Errichtung einer Volksschule an der Welle (heute Brictius-Grundschule).

1934

Über das Jahr hin zählt Eggerode 150.000 Wallfahrer, allein 4000 Männer am 13.Mai.

1939 - 1945

Der 2. Weltkrieg bringt unsägliches Leid, fast 200 Gefallene, etwa 80 Vermisste und ungezählte Verwundete sind zu beklagen. Von Bombenangriffen bleibt Schöppingen (bis auf einzelne Häuser in Eggerode, Haverbeck und Ramsberg) verschont.

1946

Schöppingen nimmt etwa 1500 Heimatvertriebene auf.

1954

Bau des Jugendheims, eines der ersten im Kreis Ahaus.

1956

Einweihung der evgl. Johanneskirche, sie gehört zur evgl. Kirchengemeinde Borghorst-Horstmar-Laer.

1957

Kirchweihe der erweiterten Mariä-Geburts-Kirche in Eggerode.

1963

Schöppingen wird Garnisonstadt einer Einheit der niederländischen Luftwaffe; eine Kaserne, eine Raketenabschussbasis, ein Feuerleitbereich und 155 Wohnungen werden errichtet, 1964 folgen die eigene „Oranje-Nassau-School“ und das Soldatenheim PMC.

1965

Errichtung der „Hauptschule"; ab 2008 "Verbundschule";  ab 2014 "Sekundarschule"

1966

Einweihung der Marienschule in Eggerode.

1. Juli 1969

Zusammenschluss der Gemeinden Wiegbold Schöppingen, Kirchspiel Schöppingen und Eggerode zur Gemeinde Schöppingen.

1978

Abriss des Amtshauses, Bau der Gemeindeverwaltung „Neues Rathaus“.

1983

400-Jahrfeier des Alten Rathauses.

1986

350-Jahrfeier der Antonius-Verehrung in Gemen.

1987

Abzug der Einheit der niederländischen Luftwaffe.

1988

1150-Jahrfeier der Gemeinde Schöppingen, 650-Jahrfeier der Eggeroder Wallfahrt.

1989

Die Kaserne wird Aufnahmeeinrichtung für Aus- und Übersiedler, 1991 für Asylbewerber.

1994

Eröffnung des Künstlerdorfes Schöppingen.

1999

Einweihung des Neuen Friedhofs.

2003

Die evangelische Kirchengemeinde gehört jetzt zur evgl. Christus-Kirchengemeinde Ahaus.

2006

50jähriges Kirchbaujubiläum der evgl. Johanneskirche.

2010

Die neue Umgehungsstraße wird für den Verkehr freigegeben.

2013

1175-Jahrfeier der Gemeinde Schöppingen, Einweihung der Stelen an Ober- und Untertor, 675-Jahrfeier der Wallfahrt und 700-Jahrfeier der Pfarrgemeinde St. Mariä Geburt Eggerode.

17. Nov. 2013

Zusammenschluss der kath. Kirchengemeinden St. Antonius Gemen, St. Brictius Schöppingen und St. Mariä Geburt Eggerode zur Pfarrgemeinde St. Brictius. Schöppingen ist die einzige Brictius-Pfarrgemeinde im Bistum Münster.

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